So, ich komme also grade von Destination: Rock! auf der Insel und werde das Fazit des Abends vorwegnehmen: Es war der eindeutig schwächste Abend bisher. Was nicht heißen soll, dass es schlecht war. Im Gegenteil, es war sogar ein ausgesprochen guter Abend, aber im Vergleich zu den letzten Wochenenden konnte er ja nur abstinken.
Es folgt der Report: Ich schmiss mich in Partyhose und Partyhemd (aka Jeans und T-Shirt) und wollte grade das Haus verlassen als wieder mal eine Menschenmenge von zehn Mann und Frau auf der Bierzeltgarnitur vor’m Haus abgammelte und grillte. Kurzentschlossen blieb ich natürlich noch auf 1-2 Bierchen und brach dann einfach was später als geplant zu meiner Quest auf.
Am U Schlesisches Tor habe ich meinen Bus grade noch abfahren sehen und übelegte so kurz nicht doch evtl. ins Kato zu gehen und Pale zu gucken. (Das war eine der Alternativen die ich mir im Vorfeld zu dem Abend rausgesucht hatte.) Wie man inzwischen bereits weiß, entschied ich mich anders.
Als der nächste Bus dann endlich kam, ging’s mit diesem Richtung Treptow. Zwischenzeitlich hatte übrigens mein Handyakku den Geist aufgegeben und hab’ damit leider meine Uhr verloren. Der Bus erreichte meine Destination und was mich dort erwartete kam überraschend. Die Insel liegt wirklich inmitten der Spree, eingebettet in den Treptower Park. Schöne Location! Man geht über eine hohe Brücke und landet quasi erstmal im Biergarten. Sand, Liegestühle, Planschbecken, eine Bar und chillige Rockmusik! Was zur Hölle will man mehr? Hier pflanzte ich mich also nieder, ein eiskaltes Becks in der Hand und ließ den Blick über die Spree gleiten während mich der DeeJott mit mögigen gitarrenlastigen Klängen versorgte.
Irgendwann (wie gesagt keine Uhr, aber es müssen so 5-6 Becks später gewesen sein) wollte ich dann doch auch mal rein und mir die Livebands angucken. Die ersten Klänge drangen nämlich bereits nach draussen. Ich also die 5 Euro Eintritt bezahlt und rein in die gute Stube. Drinnen war ich dann doch… Wie soll ich sagen? Überrascht halt. “Klein” ist eine schwere Untertreibung um diesen Laden zu beschreiben. Zur veranschaulichung sehe man sich den Lageplan der genutzen Räumlichkeiten an. Das rote und das grüne wird vom Veranstalter mit 60m² ausgeschrieben. Nutzbar war allerdings nur das rote und somit bestand der Floor aus etwa max. 30m². Da nur etwa 30 Leute da waren, hatte also jeder einen vollen Quadratmeter für sich alleine. Kennt ihr das? So um 3 Uhr Nachts auf ‘ner Privatfete wenn nur noch der harte Kern übrig ist? Man hat Platz zu tanzen und es wird nur die Musik gespielt die man auch wirklich hören will und aus Rücksicht den ganzen Abend nicht hören konnte. So war das hier eigentlich auch.
Musik zu beschreiben ist immer unglaublich schwer bis unmöglich. Ich versuch’s trotzdem. Trustgame habe ich irgendwie komplett verpasst, kann ich also Nüscht zu sagen. Als ich reinkam fingen Vito grade an zu spielen. Druckvoller Rock, schon stark Richtung Metal tendierend, mit guter Stimme besungen. Nach längerer Pause - die wieder zum Liegestuhlchillen und Becks trinken genutzt wurde - betraten Swim die Bühne. Da der Link auf der Inselhomepage falsch war, war das die einzige Band über die ich mich im Vorfeld nicht informieren konnte. Klassisches GitarreSchlagzeugBass plus Sängerin. Klang zwar irgendwie wie Die Happy, aber da ich die sehr gut finde, fand ich Swim auch gut. Hätte es keine Komplikationen gegeben, hätte ich mir sogar die CD von denen am Merchandisestand geholt. Jedenfalls habe ich mich danach zu einem weiteren Becks wieder auf einen Liegestuhl gepflanzt und bin dummerweise eingepennt. 
Naja, da ich zwar schlafe Berlin aber nicht, bin ich trotzdem mit Nachtbus und U-Bahn nach Hause gekommen. Beim Umsteigen gab’s noch einen Big Bacon Jalapeno. Die Nutten kennen mich inzwischen und labern mich auch nicht mehr an. Im Haus war auch nichts mehr los und ich konnte mir den verdienten Schlaf holen.