Emo-Steak
Stuessy am 30. Juni 2007 um 18:04 UhrDie Wochenenden in Berlin sind erfahrungsgemäß meistens einfach nur Langweilig. Um der Langeweile irgendwie entgegenzuwirken und weil ich eh ‘ne neue Jeans brauchte habe ich mich entschieden shoppen zu gehen. Auch wenn der Ku’damm nur wenige Gehminuten von mir entfernt ist, habe ich mich ob des unbeständigen Wetters lieber für eines der größten Einkaufszentren Deutschlands entscheiden. Da gibt’s nämlich alles was das Herz begehrt, da ist’s trocken und die haben gute Parkmöglichkeiten.
Doch darum soll’s in diesem Post eigentlich gar nicht unmittelbar gehen. Es geht eher um das Mittagessen, welches ich mir dort zu Gemüte führte. Weil Wochenende ist und ich Bock auf ordentlich Fleisch hatte bin ich in’s Steakhaus Mendoza gegangen. Da kann man schön am Fenster sitzen und auf die Johannisthaler Chaussee glotzen. Das ist jetzt zwar nicht übermäßig spannend, aber wenn man alleine ist, dann freut man sich über jegliche Stimulanz des peripheren Gesichtsfeldes aus Gründen der Ablenkung vom eigenen tristen Dasein. Doch im Vergleich zu anderen Menschen scheint mein Dasein so trist nicht zu sein, wie sich rasch herausstellte.
Während ich mein Steak fachgerecht zerlegte und mir die Folienkartoffel munden ließ, stellte sich ein vielleicht 16-jähriges, schwarzhaariges, nicht gänzlich unattraktives Mädel direkt vor mir an die Scheibe und schaute rein. Sie sah mich irgendwie nicht direkt an, aber in meine Richtung. Mir fiel auf, dass sie telefonierte. Dabei schaute sie nicht wirklich glücklich drein. Nein sie schaute ganz und gar nicht glücklich, was ich Fuchs daran erkannte, dass sie mich anheulte. Sie stand so da und heulte. Bestimmt fünf Minuten oder so. Erst jetzt kam ich auf die Idee, dass sie ja nicht reinguckte, sondern sich in der spiegelnden Scheibe beim heulen zuschaute. Was soll ich sagen? Ich hab’ überlegt ob ich mir die Weinkarte geben lassen sollte. 












